Deutsches Fleischermuseum Böblingen
Ein Erlebnis, nicht nur für die Vertreter des Fleischerhandwerks ist das 1984 in einem Vogtshaus des 16. Jahrhunderts am Marktplatz eröffnete Museum.
Die Initiative dazu kam Ende der 70er Jahre von Prof. Dr. Kurt Nagel / Sindelfingen. Dieses Museum vollzieht die Entwicklungsgeschichte eines der ältesten Handwerksberufe nach, zeigt historische Zeitdokumente und Schätze, portraitiert in Kunst und Kitsch die Rolle des Metzgers und der von ihm hergestellten Nahrungsmittel in Zeit und Gesellschaft. Man fühlt sich dabei in eine Zeit zurückversetzt, in der ein gratis-Rädchen Wurst die Kinderaugen erstrahlen ließ.
Zu den Sammlungsgebieten des Deutschen Fleischermuseums gehören Dokumente zur Geschichte des Berufsstandes, Handwerkszeuge und Gerätschaften von der Vergangenheit bis zur Gegenwart, Prunkgefäße, Pokale und Zunftladen. Auch die Volkskunst, die mit der Geschichte des Fleischerhandwerks eng verbunden ist, sowie künstlerische Darstellungen gehören zu den Sammelobjekten.
Im Ausstellungsbereich "Produktion und Verkauf" wird die Herstellung von Fleisch- und Wurstwaren am Beispiel einer Wurstküche um 1900 dargestellt. Modelle von Verkaufsläden zeigen die Entwicklung vom 14. bis zum 19. Jahrhundert. Ein städtischer Laden um 1910 mit einer Majolika - Theke und ein ländlicher Laden um 1920 geben dem Besucher Einblick in das Verkaufsgeschehen der damaligen Zeit.
Ein weiterer Ausstellungsbereich ist der Zunftgeschichte des Fleischerhandwerks gewidmet. Eine Zunftstube mit Zunftladen, Fahnen und Zunftdokumenten erinnert an die "Zunftherrlichkeit" von einst. Informationen über Ernährung und Gewürze bieten Ausstellungsräume in der Vogtsscheuer.
Neben einigen Museumsaktivitäten findet jährlich eine Sonderaustellung aus dem Bereich Bildender Kunst oder aus dem Themenbereich des Metzgerberufes statt.
Als erstes und einziges Fleischermuseum stellt das Haus eine Besonderheit in der deutschen Museumslandschaft dar und wurde 2004 von der Regio-Stuttgart Marketing und Tourismus GmbH mit dem Prädikat "Besondere Sehenswürdigkeit der Region Stuttgart" ausgezeichnet.
Ein Museum, das Jung und Alt zum Bewundern, Lernen, Staunen einlädt …
Anschrift:
Marktplatz 27, 71032 Böblingen, Tel. (0 70 31) 6 69- 1691
www.deutsches-fleischermuseum.boeblingen.de
Öffnungszeiten:
Mi-Fr 15-18 Uhr, Sa 13-18 Uhr, So und Fei 11-17 Uhr
24., 25., 31.12. sowie an Karfreitag geschlossen.
Bitte Museumsferien vom 01.09.2010 bis 05.09.2010 beachten!
Leiterin: Nurdan Drignath, Telefon 0 70 31/6 69-16 21
Museumsleiterin: Nurdan Drignath M.A., eMail: drignath@boeblingen.de
Träger
Verein Deutsches Fleischermuseum e. V. und Stadt Böblingen
Führungen nach Vereinbarung!
Sammlungsgebiete
Dokumente zur Geschichte des Fleischerhandwerks, Handwerkszeuge und Gerätschaften, Prunkgefäße, Pokale, Zunftladen, Volkskunst und künstlerische Darstellungen mit Bezug zum Metzgerhandwerk.
Flyer des Deutschen Fleischermuseums Böblingen
Sonderausstellung "Fleischgenuss in der zeitgenössischen Kunst"
16. Mai - 26. September 2010
Ausstellung des Vereins Deutsches Fleischermuseum e.V. zum 30jährigen Jubiläum des Vereins
Im Deutschen Fleischermuseum werden regelmäßig Sonderausstellungen zum Fleischerhandwerk und Arbeiten von namhaften Künstlern gezeigt. Dieses Mal stehen die Produkte, das Geniessen und das Umfeld des Fleischerhandwerks im Mittelpunkt.
Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit dem Amt für Kultur der Stadt Böblingen.
Zahlreiche Künstler, insbesondere Karikaturisten und Cartoonisten haben das Thema Fleischgenuss bearbeitet und so eine eindrucksvolle Ausstellung geschaffen. Ein Erlebnis für Kopf, Herz und Seele, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Die Vielfältigkeit ist einmalig. Dies gilt sowohl für die Zeichnungen als auch für die Ölbilder, Aquarelle und Skulpturen.
Die Werke der Künstler, die aus Zeitungen und Zeitschriften bekannt sind, bringen den Betrachter zum
Lächeln und Schmunzeln.
Ein eindrucksvoller Ausstellungskatalog lässt den Besucher das Vergnügen mit nach Hause nehmen.
Nicht zuletzt zeigen die vielfältigen Exponate im Museum die Geschichte dieser Handwerkskunst.
Das Rahmenprogramm in den Räumlichkeiten des Museums:
Sonntag, 13. Juni 2010, 11 Uhr, Lesung mit Jochen Buchholz
"Der Gerechte erbarmet sich auch seines Viehes" Vom Umgang mit dem Schlachtvieh
Anschließend Ausstellungsrundgang und Diskussion
Kosten: Museumseintritt € 2,50
Sonntag, 11. Juli 2010, 15-16 Uhr, Führung durch die Ausstellung mit Jochen Buchholz
Kosten: Museumseintritt € 2,50
Mittwoch, 14. Juli 2010, "Wutstqualitätsprüfung" durch das Landratsamt Böblingen und der Fleischerinnung Böblingen.
16.30 Uhr Wurstkolleg (mit Probe) für die Öffentlichkeit mit Metzgermeister Paul Lipp aus Sindelfingen.
Kosten: Museumseintritt € 2,50
Freitag, 23. Juli 2010, 15 Uhr, "Schwein gehabt" Kindernachmittag mit Alexandra Krohmer für Kinder ab 5 Jahren.
Führung durch die Ausstellung und Kunstaktion: "Wir fertigen eine Collage mit bunten Papieren"
Kinder haben freien Eintritt
Sonntag, 8. August 2010, 15 Uhr, Führung durch die Ausstellung mit Jochen Buchholz
Kosten: Museumseintritt € 2,50
Sonntag, 22. August 2010, 15 Uhr, Schmuck- und Objektworkshop mit Stefanie Hensle aus Pforzheim.
Herstellung von Wurstobjekten aus Kunststoff (ähnlich wie in der Ausstellungsvitrine 2.OG)
Kosten: Museumseintritt € 2,50
Sonntag, 12. September 2010, 15 Uhr, Führung durch die Ausstellung mit Jochen Buchholz
Kosten: Museumseintritt € 2,50
Sonntag, 26. September 2010, 15 Uhr, Führung durch die Ausstellung mit Jochen Buchholz
Kosten: Museumseintritt € 2,50
Flyer der Ausstellung
Plakat der Ausstellung
"Schnipp Schnapp oder was ist was?" Die Tierwelt von Tomi Ungerer
Sonderausstellung des Deutschen Fleischermuseums Böblingen
21. November 2010 – 20. März 2011

Eröffnungsveranstaltung am Sonntag, 21. November 2010, 15 Uhr im Foyer des Neuen Rathauses Böblingen, Marktgässle 1
Der elsässische Zeichner, Autor und Maler Tomi Ungerer wurde am 28. November 1931 in Straßburg geboren. Seine Kindheit und Jugend sind vom 2. Weltkrieg und der Besetzung Frankreichs durch die Deutschen geprägt.
Ein Studium der Kunstakademie in Strassburg beendet er nach kurzer Zeit ohne Abschluss und wandert in den 50er Jahren völlig mittellos in die USA aus. Dort erlebt er nach anfänglichen Schwierigkeiten einen kometenhaften Aufstieg in der Kinderbuchliteratur. Seine „Mellops“-Reihe und verschiedene Zeichnungen werden erfolgreich veröffentlicht.
Nach zwanzig Jahren verlässt Ungerer zusammen mit seiner amerikanischen Frau New York und geht zuerst nach Neuschottland in Kanada und danach nach Irland, wo er bis heute sein Landhaus hat.
Ungerer hat mit seinem ungewöhnlichen Zeichenstil und den sozialkritischen Inhalten in seinen Werken Weltruhm erlangt. Die nachfolgenden Künstlergenerationen sehen ihn als Vorbild und beziehen sich auf seine ungeschminkte, bissige Satire in Wort und Bild.
Dem Elsässer mit der starken Bindung an seine Heimat hat die Stadt Strassburg inzwischen eine Gründerzeitvilla zu einem modernen Museum umgebaut. Von dort kommen die Exponate zu der Böblinger Ausstellung.
Nach der ersten „Tomi Ungerer“ Ausstellung im Deutschen Fleischermuseum Böblingen im Jahr 2003, ist das die zweite Zusammenarbeit mit dem Tomi Ungerer Archiv Strassburg.
Es werden Zeichnungscollagen aus dem 1989 im Diogenes Verlag veröffentlichten Buch "Schnipp Schnapp oder was ist was?" sowie andere bisher unbekannte Naturzeichnungen des Künstlers gezeigt.

