Sich kümmern um die Seniorinnen und Senioren sowie um die Pflegebedürftigen. Die Kinder und Jugendlichen fördern und fordern. Die Schwachen dieser Gesellschaft nicht vergessen, sondern integrieren, den Arbeitslosen helfen, Arbeit zu suchen und ihr Selbstbewusstsein und ihren Lebensmut zu stärken.
All dies kann selbstverständlich nicht die Stadtverwaltung allein.
Städte unserer Größenordnung sind gesetzlich nur für wenige Bereiche in der Sozialpolitik zuständig, z. B. die Kinderbetreuung. Selbstverständlich machen wir mehr, als wir gesetzlich
müssen. Weitere Zuständigkeiten gibt es auf Kreis-Ebene und in den Job-Centern. All diese Zuständigkeit wäre aber zu wenig, wenn es da nicht auch ehrenamtliches Handeln, soziale Vereinigungen und Kirchen gäbe, die sich um die betroffenen Gruppen kümmern.
Sozialpreis wurde in den 90er Jahren eingeführt
Weil es so viele unterschiedliche Persönlichkeiten und Gruppierungen gibt, die in Böblingen für die soziale Integration und den sozialen Frieden arbeiten, hat die Stadt Ende der 90er Jahre den Sozialpreis der Stadt Böblingen geschaffen. Die Würdigung dieses Engagements ist uns ein Anliegen.
Seitdem werden Böblinger Bürgerinnen und Bürger mit dem Sozialpreis der Stadt geehrt, die sich in herausragender Weise um das Wohl und die Entwicklung lokaler sozialer Strukturen und die Unterstützung der Menschen bemühen.
Bei der ersten Vergabe im Jahr 2001 wurden Persönlichkeiten ausgezeichnet, die über lange Zeit im sensiblen Bereich der Besuchsdienste der Kirchen, der Wohlfahrtsverbände und der Alten- und Pflegeheime den Betroffenen zur Seite standen.
2003 ging der Preis an Menschen, die sich – zum Teil über Jahrzehnte hinweg – für die Belange von Behinderten eingesetzt und mit dieser Bereitschaft mit dazu beigetragen haben, Böblingen behindertengerecht und barrierefrei umzugestalten.
Im Jahr 2005 ging der Sozialpreis an Persönlichkeiten, die sich um die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund verdient gemacht oder sich im Bereich der interkulturellen Bildung engagiert haben. Dadurch wurde besonders Kindern von Aussiedlern und Ausländern der Zugang zu unserem Bildungs- und Gesellschaftssystem erleichtert.
2007 schließlich konnten die Gründungsmitglieder der Bürgerinitiative des Stadtteilzentrums
Diezenhalde und des Café „Emil“ den Preis entgegennehmen. Denn das „Emil“ hat sich zu einem weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Erfolgsmodell entwickelt.
Der Gemeinderat der Stadt Böblingen hat am 10. Dezember 2008 beschlossen, den Sozialpreis des Jahres 2009 an Pfarrer Paul Schobel zu verleihen. Im Rahmen einer Feierstunde wurde Paul Schobel die Auszeichnung am Freitag, 6.2.2009 überreicht.
Herzlichen Glückwunsch, Paul Schobel!
Mit Paul Schobel zeichneten wir eine Persönlichkeit aus, die sich seit den frühen 70er Jahren um die Rechte und Belange der Menschen am Arbeitsplatz bemüht. Mit der Gründung und der Leitung des Böblinger Arbeiterzentrums hat Paul Schobel in unserer Stadt einen Ort geschaffen, an dem sich Menschen treffen können, die Probleme an ihrem Arbeitsplatz haben oder um ihren Arbeitsplatz fürchten. Einen Ort der Begegnung und der Kommunikation – ganz im Sinne des Leitbildes Böblingen 2020.

